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Provence die schönsten Touren zwischen den Weinfeldern der Provence und der Küste der Camargue (km 1260)

1:75.000

Zwischen Rhône, Seealpen und dem Mittelmeer gelegen, gehört die Provence ohne Zweifel zu den reizvollsten Kulturlandschaften Europas. Kaum ein Gebiet außerhalb Italiens hat so viele römische Baudenkmäler zu bieten wie das Land der rosa Flamingos, der wilden Stiere, der weißen Pferde und nicht zu vergessen: des violetten Lavendels. Rund 500 Jahre lang waren Teile Südfrankreichs römische Provinz – woraus sich auch der Name Provence ableitet –, Kunstinteressierte kommen somit in den zahlreichen städtischen Museen ganz sicher auf ihre Kosten. Die Provence ist Heimat einiger bedeutender Künstler. So ist der Name des berühmten Malers van Gogh eng mit der Stadt St.-Rémy-de-Provence verbunden. Eines weiteren berühmten Einwohners darf sich die Stadt rühmen: Nostradamus, der berühmte Arzt und Astronome des 16. Jahrhunderts, wurde hier geboren. Gleichzeitig mit dem Niedergang des Römischen Reiches breitete sich das Christentum im späten zweiten und dritten Jahrhundert in Südfrankreich aus. Die vielen Abteien und Klöster, die Ihnen auf Ihrer Reise durch die Provence begegnen, zeugen von der Bedeutung, die der christliche Glaube für die Bevölkerung hatte. Ein weiterer treuer Weggefährte durch das südliche Frankreich sind die blauviolett blühenden Lavendelfelder, auf denen streng genommen nicht echter Lavendel sondern Lavandin, ein leichter kultivierbarer und ertragreicherer Lavendelhybrid, wächst. Nach wie vor sind die Parfümhersteller im nahegelegenen Grasse Hauptabnehmer der Ernte, auch wenn die Produktion mittlerweile stark rückläufig ist – zu groß ist die Konkurrenz der synthetisch hergestellten Duftstoffe. Wo das fruchtbare Tal der Rhône in das Sumpfgebiet der Camargue übergeht, beherrschen andere typische Fotomotive das Landschaftsbild: die kleinen weißen Pferde, sowie die wilden schwarzen Stiere. „Gardians“ werden die Cowboys Frankreichs genannt, und ihre Arbeit ist gefährlich. Deshalb verwenden sie auch nicht wie ihre amerikanischen Kollegen das Karl-Maysche-Lasso, sondern den Dreizack Poseidon – „Trident“, wie die lange Lanze mit den messerscharfen Spitzen genannt wird. Ein weniger gefährliches Symboltier der Camargue ist der Rosaflamingo. Ursache der rosa Färbung des Gefieders ist der Farbstoff des Salinenkrebs Artemia salina, den die Flamingos mit ihren auffallend nach unten gebogenen Schnäbeln aus dem Wasser der flachen Lagunen filtern. Farbenprächtig und abwechslungsreich stellt sich somit die Vielfalt der Provence dem Besucher dar, die sich – gemeinsam mit dem berühmten „Savoir-vivre“ – ganz besonders gut mit dem Fahrrad erleben und entdecken lässt.

Streckencharakteristik
In den letzten Jahren hat sich in Bezug auf den Fahrradtourismus in der Provence viel getan. Vor allem im Departement Vaucluse gibt es mittlerweile ein umfangreiches Netz an regionalen Radtouren mit dazugehöriger Infrastruktur. Aber auch im südlich davon gelegenen Departement Bouches-du-Rhône wurden einige Rundtouren entwickelt. Von den konditionellen Anforderungen unterscheiden sich die verschiedenen Touren teilweise stark: Während vor allem in der Nähe des Mont Ventoux und dem Gebirgszug Luberon mit teilweise kräftigen Steigungen zu rechnen ist, verlaufen die Touren in der Nähe der Rhône und vor allem in der Camargue meist steigungsarm.
Länge
Die Gesamtlänge der 27 Touren in diesem Buch beträgt rund 1.260 Kilometer. Die kürzeste Tour hat eine Länge von knapp 12 Kilometern, die längste ist über 230 Kilometer lang.
Wegequalität & Verkehr
Die Wegequalität in der Provence ist großteils gut, die meisten Straßen – auch kleine ruhige Nebenstraßen oder Wirtschaftswege – sind asphaltiert, nur wenige Abschnitte führen auf unbefestigtem Untergrund entlang. Das Verkehrsaufkommen ist sehr unterschiedlich. Auch wenn der Großteil der Radtouren auf ruhigen Nebenstraßen oder sogenannten voie vertes (Radwege) entlang führen, so gibt es doch immer wieder Abschnitte, auf denen mit etwas mehr Verkehr zu rechnen ist. Vor allem in den größeren Städten geht es stellenweise auf verkehrsreichen Straßen entlang. Hin und wieder kommen auch Strecken auf relativ breiten Straßen vor, die zwar nicht stark, dafür aber relativ schnell von KFZ befahren sind.
Beschilderung
Vor allem im Vaucluse sind die Radtouren gut beschildert und die Orientierung großteils problemlos. Auch im Bouches-du-Rhône sind die meisten Touren ausgewiesen, allerdings sind hier eher Beschilderungslücken vorzufinden. Auf den Einleitungsseiten der jeweiligen Touren erfahren Sie mehr zum Thema Beschilderung.

 
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